Stadtmission   
 Altenhilfe   
 Behindertenhilfe   
 Suchtkrankenhilfe   
 Kinder & Jugend   
 Soziale Dienste   
Lebensgeschichten aus dem Matthias-Claudius-Haus


Die Lebensgeschichte von Karlheinz Dähner gibt ganz persönliche Einblicke. Doch lesen Sie selbst!

Es war wenige Tage vor Heiligabend 2015“, erinnert sich Karlheinz Dähner. „Ich kam gerade im Altenpflegeheim Matthias-Claudius-Haus an, als im Autoradio das Lied Weihnachten bin ich zu Haus von Roy Black gespielt wurde. Und in diesem Moment spürte ich genau dieses Glücksgefühl, das aufsteigt, wenn man nach einer langen Reise nach Hause kommt. Ich sah die weihnachtliche Stimmung und die freundlichen Gesichter und wusste: Hier bin ich zuhause. Endlich wieder!“

Diesen Tag wird der Senior wohl nicht vergessen, denn es lag eine mehrmonatige Krankenhaus- Odyssee hinter ihm mit der Ungewissheit, wie es weiter geht. Als er erfuhr, dass er im Matthias-Claudius-Haus wohnen darf, war die Freude groß. Er kannte die Einrichtung, denn eine Cousine lebte hier, die er mehrmals besucht hatte. Er wusste also, was ihn erwartet, wusste, dass er hier die beste Betreuung in wunderschöner Umgebung erhalten würde. Wer heute Karlheinz Dähner besucht, kann die Empfindungen des 82-jährigen verstehen. Denn sein Zuhause ist ein geräumiges Einzelzimmer, das mehr an ein komfortables Hotelzimmer als an eine Pflegeeinrichtung erinnert und zudem von der dritten Etage einen herrlichen Blick ins Grüne bietet. Direkt gegenüber dem Matthias-Claudius-Haus befindet sich ein schöner Park. Zudem lädt der liebevoll gestaltete Innenhof zum Verweilen ein.


Jetzt im Frühling ist es hier im Hof besonders schön. Die Senioren können die Blütenpracht genießen und dabei Kater Moritz beobachten, wie er durch die Blumenrabatten schleicht oder faul auf einer Fensterbank döst. Moritz ist übrigens nicht der einzige tierische Mitbewohner. Es gibt ein Aquarium, eine große Vogelvoliere mit Rosenköpfchen, ein Gehege mit Hasen und sogar zwei frei laufende Fasane. Diese Haustiere sind nur ein Wohlfühlfaktor von vielen. Der sicher wichtigste Grund sind die Menschen, die mit ihrer täglichen, engagierten Arbeit den Senioren ein Zuhause geben. „Ich bin glücklich, dass ich Platz für mein Hobby habe“, erklärt Karlheinz Dähner und öffnet eine Tür seiner Schrankwand. Hier stehen feinsäuberlich sortiert dicke Ordner, gefüllt mit Fotos über Chemnitz. Mit 14 begann er zu fotografieren – immer im Fokus seine Heimatstadt. Seine Bilder dokumentieren den Wiederaufbau nach dem Krieg genauso wie die Umgestaltung und Modernisierung in den 90ern.


Sein Chemnitz fotografieren kann er heute nicht mehr. Er ist Dialysepatient und zudem auf Rollstuhl angewiesen. Aber er verfolgt alle Berichte über Chemnitz in der Freien Presse sowie im Amtsblatt und sammelt Zeitungsausschnitte. Gern zeigt er auch anderen Bewohnern oder den Mitarbeitern seine Fotos und plaudert mit ihnen über das alte und das neue Chemnitz. Vor wenigen Monaten hielt er sogar einen Vortrag im Matthias-Claudius-Haus, der selbst so manch altem Chemnitzer die Stadt neu entdecken ließ. Beim Betrachten der vielen Bilder vergisst man schnell die Zeit. Das wird uns bewusst, als plötzlich seine Nichte Kerstin König in der Tür steht. Sie besucht regelmäßig ihren Onkel und möchte heute mit ihm ins benachbarte Vita-Center. „Ich benötige eine neue Brille“, erklärt Karlheinz Dähner und klappt das Fotoalbum zu. Er freut sich über den kleinen Ausflug bei diesem schönen Frühlingswetter. Vielleicht ist nach dem Besuch beim Optiker noch Zeit für einen Spaziergang durch den Park, bis es dann wieder nach Hause geht.

Kontakt:

Matthias-Claudius-Haus
Max-Schäller-Str. 3
09122 Chemnitz
Tel.: 0371-2392-0
Druckvorschau Sitemap Kontakt Startseite